Wird Betreuungegeld "versoffen"?
Streit ums Betreuungsgeld: Die CSU weist die harsche Kritik des Neuköllner Bürgermeisters Heinz Buschkowsky an den Koalitionsplänen zurück. Buschkowsky hatte prophezeit, dass der Zuschuss in der Unterschicht nur »versoffen« werde.
(mehr heute.de)
In diesem Zusammenhang stellen sich mir einige Fragen:
- Warum gibt es eine Unterschicht?
- Warum säuft die Unterschicht??
Es gibt immer weniger gut bezahlte Jobs für die Menschen, warum interessiert das niemanden? Warum ist niemand motiviert, dieses zu ändern?
Weil man selber einen sehr gut bezahlten und sichern Job hat?
und die versoffene Unterschicht einem am Arsch vorbeigeht?
Kommentare [18] Kommentar-Feed fuer diesen Artikel
Vielleicht sind der Buschkowsky und der Sarrazin verwandt?
Schlimm, dass die Leute so niedergemacht werden, wenn sie die Wahrheit sagen. Aber ist es denn nicht so? Und mit Schwarz/Gelb wird diese »Unterschicht«, die ja laut Politikeraussagen nicht existent sei, weiter wachsen. Andererseits sind diese Leute auch selbst schuld, finden sich da doch die meisten Nichtwähler. Und nur wer wählt, kann auch Politik für sich und Angehörige seiner Schicht/seines Milieus erwarten. Und mit dem Versaufen: Nicht unbedingt, geht eher für Kabelfernsehen und Karten für Britt drauf. Und nein, das sind keine Vorurteile. Das ist schlicht und einfach so. Leute wie Sarrazin sind Ar******, streitet auch keiner ab, aber das was sie sagen ist nunmal leider größtenteils Fakt. Auch wenn ich diese Aussage mit Kopftuchmädchen oder bumsenden Kosovaren nicht gutheißen kann und damit übers Ziel rausgeschossen wird – aber muss man ab und an nicht mit Übertreibungen die Leute wachrütteln?
Kiri: Dazu muss aber erst einmal einer in dieser lahmen Gesellschaft mit dem Finger draufzeigen,
Man muss nicht auf die Unterschicht »zeigen«, man sollte sich die vielen Konzerne, die jährlich ihren Gewinn erhöhen und im gleichen Atemnzug wieder zig Leute entlassen, zur Brust führen!
Aber da traut sich natürlich keiner ran!
… mehr kleine betriebe fördern und sich um diese kümmern, dass hilft.
schwarz/gelb: ohje ohje unsere polikiker haben schon viel zu lange nur geredet und nichts getan ( ausser mega schulden) aber das ist ja keine kunst. wo liegt hier eigentlich die leistung begründet, ein politikergehalt zu bekommen?
Susanne: Man muss nicht auf die Unterschicht »zeigen«, man sollte sich die vielen Konzerne, die jährlich ihren Gewinn erhöhen und im gleichen Atemnzug wieder zig Leute entlassen, zur Brust führen!
Hab ich gesagt, man zeigt auf diese ominöse Unterschicht? Nö. Ich hab gesagt, es wird auf die Probleme gezeigt, die keiner sehen will.
Und Betriebe in die Pflicht nehmen – weißt, was die dann sagen? »Tschüßikowski, wir gehen nach Rumänien«. Jap. So sieht das aus. Und ich bin wahrlich kein Verteidiger von diesen Firmen.
Die meisten sehen ihre soziale Verantwortung nicht oder wollen sie nicht sehen. Die Politik sollte da wirklich was machen.
Aber das ist nunmal der Fluch der »Freien Marktwirtschaft« – die die Spaßpartei übrigens vehement vertritt – ein paar werden immer auf der Strecke bleiben. Oh, vermutlich wird jetzt auf mir rumgetreten. Aber ich hab erlebt, wie es ist, fast auf der Straße zu landen und wie einen die Banken und die Ämter im Stich gelassen haben. Die Problematik ist natürlich viel zu komplex, als das das Merkel den Zauberstab schwingt und sie gelöst ist – da braucht es leider Gottes solche Leute wie Sarrazin, die auf die Probleme zeigen. Auch wenn diese Leute Arschlöcher sind.
Ob dann eine Lösung kommt…tja. In 90% der Fälle nicht. Vor allem nicht mit Heinis wie Westerblödel und Umwelt-Ferkel.
Kiri: Und Betriebe in die Pflicht nehmen – weißt, was die dann sagen? »Tschüßikowski, wir gehen nach Rumänien«.
Genau das machen die Firmen doch jetzt schon!
Kiri: Die meisten sehen ihre soziale Verantwortung nicht oder wollen sie nicht sehen. Die Politik sollte da wirklich was machen.
Auf jeden Fall, nur wird sich da wohl niemand ran trauen.
@Kiri:
Teilweise wiederspichst du dir aber selber. Natürlich gibt es Hartz 4 Empfänger, die ihre Knete direkt vor dem Aldi versaufen.
Und natürlich sind da auch Dödel drunter, die ihren Comp besser garnicht einschalten sollten – weil das, was sie in diversen Blogs und Foren absondern, gequirlte Sch**** ist. Und dazu noch vor Fehlern strotzt.
Und Kinder sollten die besser auch nicht zeugen – stimmt alles. Aber sagen kann man sowas am Biertisch. Nicht als prominenter Politiker in der Öffentlichkeit. Der sich mit ner S-Klasse rumfahren lässt. Solche Leute müssen einfach in der Lage sein, so etwas noch einigermaßen erträglich rüber zu bringen. Sonst sind sie schlicht fehl am Platz.
Was passiert einem wie dem Sarrazin denn? Arbeit kriegt er von seinem Chef weggenommen – bei gleichem Gehalt. Ich schätze mal, von dem Gehalt kann man sich sicher feinere Umgebungen für einen kleinen Umtrunk (mit Damen?) leisten, als auf der Straße vor´m Aldi. Auch die genossenen Getränke dürften dabei deutlich höherwertiger sein…
Im Prinzip kann ja unsereins nur sehen, das man mit dem A**** an die Wand kommt – das war so, und mit schwarz-gelb wird das sicher nicht besser…
So what? Denkst du, der Stammtisch macht es besser?
Denkst du, der Stammtischfette kommt ins Fernsehen (mal abgesehen von irgendwelchen abgehalfterten Lokalsendern, die kein Schwein sehen will)?
Überhaupt hab ich doch nie gesagt, dass son Hartzi seine Kohle vorm Aldi versauft. Das tauchte hier nie auf.
Aber nunja.
Es sind nunmal nur die »Großen«, die bei solchen Aussagen auch die nötige Aufmerksamkeit bekommen, dass das Problem überhaupt erst in größerem Maße diskutiert wird. Ob der Sarrazin nun beim Aldi oder beim Feinschmeckerhandel einkauft ist wumpe. Diogenes hat in nem Fass gewohnt und mit dem Finger auf die Leute gezeigt. Zugegeben, der wollte damit provozieren, aber nuja.
Und wie oft noch: Ich maule nicht über irgendwelche HartzVierler. Und ich zeige auch nicht auf irgendwelche wurfstarken Familien, die aus HartzVierlern bestehen. Oder wird das hier absichtlich überlesen? Fakt ist, die Probleme sind da, jeder sieht sie, ignoriert sie aber oder bemerkt sie nicht.
Und wenn dich die Ausdrucksweise von Sarrazinen und anderem Gesockse stört: Bitte, kann ja sein. Aber was ist denn das Bessere? Zu sagen, dass es eine Unterschicht gibt oder drumrumquasseln mit Bildungs- und Einkommensfernen Schichten? Heutzutage muss eben jemand so etwas direkt und vielleicht auch gemein sagen, dass die Leute überhaupt noch aufwachen. Das hier ist nunmal keine heile Welt, wie sie die Volksverrä…äh…Volksvertreter gerne vorspielen mit ihren xy-fernen Schichten.
Fakt ist, es gibt eine Unterschicht.
Und diese Leute sind nunmal in unserer Gesellschaft weggedrängt.
Wenn du eine rosarote Teletubbi-Welt haben willst, dann lass dich ruhig von Merkel und Co mit ihrem Neudeutsch umschwärmen, die die Problematiken damit geschickt umschiffen.
Wenn du aber die harte Realität haben willst, dann musst du auch solche Leute zu Wort kommen lassen, auch wenn du mit der Ausdrucksweise nicht übereinstimmst. So. Und jetzt will ich meinen Keks.
Wie teilst du denn die Unterschicht ein? Nach Einkommen? Nach Bildung? Nach Herkunft? Nach dem Bierverbrauch?
Oder sollen Sarrazin und Konsorten das machen? So eine Art Selektion? Die guten ins Töpchen, die schlechten ins …Hat´s ja in Deutschland schon mal gegeben…
A propo – in so ´ner harten Realität gibt das keine Kekse…
Faszinierend, wie man an manchen Leuten vorbeireden kann.
Es ist nicht meine Aufgabe, Leute in Schichten aufzuteilen. Aber ein Tipp: Die Sinus-Milieus sind recht treffend.
Ansonsten macht die Gesellschaft das aber schon von selbst. Stichtwort Sozialprestige ecetera.
Und das ist auch nicht die Aufgabe von diesen ganzen Spaten die über diese Schichten und die Gesellschaft mosern.
Im Endeffekt teilen Sarrazin und Co. die Gesellschaft auch nicht nach Schichten ein, sie deuten nur in recht harter Weise auf die Probleme innerhalb der Gesellschaft hin. Wenn sie damit halt vor allem einen Teilbereich treffen – nun, dann ist das so.
Nichts für Ungut, aber ich hab dieses Thema lange genug durchgekaut. Mir reichts, wenn ich damit drei mal die Woche und in einem knappen Jahr in meinem Studium damit konfrontiert werde. Aber verdreh ruhig meine Worte weiter, ich bin für heute raus. Keine Lust auf so eine »Diskussion«, in denen ein weiterer Gutmensch glaubt, mit Scheuklappen gehts besser voran in der Welt.
Oh und nette Nazianspielung übrigens. Kannste ruhig beim Namen nennen. Wie heißts so schön: »Wenn die Argumente ausgehen, wird der Nazijoker ausgespielt.«.
Du schließt kurzerhand auf mich, weil ich keine direkte Stellung beziehe, nicht? Ich geb dir keine Angriffsfläche, so ein Mist aber auch. Keine Angst, ich werde euch nicht länger nerven. Hier ist genau der gleiche Nihilismus vertreten, den man findet, wenn man die Bildzeitung aufschlägt.
Aber keine Sorge – wir sperren keine Leute aufgrund ihres sozialen Status oder ähnliches in Bootcamps oder KZs.
Wir, die Gesellschaft, macht das schon ganz von selbst, indem man Bildungschancen verbaut, Leute in den sozialen Schatten drängt und das Ganze dann überspielt. Und mein Freund, du bist auch Teil dieser Gesellschaft. Bist keinen Deut besser als sie, brauchst dich garnicht verdrehen und versuchen, die Aufmerksamkeit auf andere zu schieben. Natürlich ist der Sarrazin ein Ar*** und Aussagen wie mit diesen »Kopftuchmädchen« sind daneben. Aber machen diese Aussagen denn nicht auf die Probleme aufmerksam?
Ach halt. Diesen Teil meiner ganzen Kommentare überliest du ja beflissen, hauptsache man kann den stichhaltigen Argumenten mit Haarspaltereien entgehen.
Ach Mädchen, das wir aneinander vorbeireden – damit kann ich schon leben. Mach du erstmal dein Studium – viel Glück dabei. Danach im Job lernst du die Realität dann schon genug kennen.
Als Gutmensch hat mich allerdings noch keiner bezeichnet, das nehm ich ja fast als Kompliment…
Aber recht haste – die Diskussion bringt nix. Dir nich und mir nich. Deswegen hör ich auch damit auf. Und spiel Silent Hunter 4 am Computer. Und denk vielleicht ganz leise: knapp 40 Jahre jünger möchtste auch sein. Dann wär ich ungefähr in deinem Alter. Einiges würd ich dann sicher anders machen.
Aber das merkt man erst hinterher – leider…
Kiri: Hab ich gesagt, man zeigt auf diese ominöse Unterschicht? Nö. Ich hab gesagt, es wird auf die Probleme gezeigt, die keiner sehen will.
Die Probleme hat doch die Unterschicht.
JürgenHugo: Wie teilst du denn die Unterschicht ein? Nach Einkommen? Nach Bildung? Nach Herkunft? Nach dem Bierverbrauch?
Das ist doch recht einfach, das schaffe ich sogar. Am Einkommen. Es gibt doch sogar (soweit ich das im Kopf habe, einen jährlichen »Armutsbericht«)
Hartz4 und sogar etwas mehr. So das man Geld zum Überleben hat, aber nicht zum Leben.
Kiri: Und jetzt will ich meinen Keks
Sorry, aber leider keinen ;-).
Ich muss nicht studieren, um zu bemerken, dass es eine (wohl immer größer werdende) Unterschicht gibt.
Ob man diese jetzt mit einem anderen Wort positiver beschreiben könnte oder sollte sei dahin gestellt. Natürlich könnte man da auch nach kreativen Wortschöpfungen suchen.
Ich könnte mir schon vorstellen, das versucht wird, die Unterschicht nicht größer werden zu lassen. Sonst müsste man ja irgenwann mit Widerstand rechnen. Momentan ist ja noch alles ruhig an der Basis der Armen.
Es gibt natürlich Leute, die Geld, das eigentlich für ihre Kinder bestimmt ist, versaufen oder sonst wie drauf machen. Das ist bedauerlich aber man kann es nicht ändern. Man kann aber sehr wohl diese Geldmittel sinnvoller einsetzen. Eigentlich wollte Buschkowsky genau das auch ausdrücken. Man hat in den Medien ab natürlich wieder den plakativen und provozierenden Text herausgenommen. Du kennt ja meinen Text, den ich dazu geschrieben habe.
Natürlich muss man sich fragen, weshalb es eine Unterschicht überhaupt gibt und vor allem, weshalb sie zunimmt. Die Mittelschicht bröckelt, die Unterschicht wächst. So wird diese Gesellschaft nicht gedeihen. Auf der anderen Seite bin ich auch nicht der Meinung, dass diese Mammutaufgabe vom Staat geschultert werden kann. Da müssen schon alle mit tun. Auch die, die da als Unterschicht bezeichnet werden. Mach dir mal bewusst, dass fast 50% der Wahlberechtigten in diesem Land Leute sind, die von so genannte Transferleistungen abhängig sind. Sie stellen nicht nur ein Wählerpotenzial dar, auf das Politiker logischerweise schielen, sie stellen auch und vor allen Dingen eine Gefahr für die Stabilität unserer Demokratie dar. Du weißt, dass ich damit keine Schuldzuweisungen oder ähnliches im Sinn habe. Ich will aber darauf aufmerksam machen, dass man auch selbst einen Beitrag dazu leisten muss, dass es besser wird. Wir können nicht auf den Staat warten, der die Dinge für uns richtet. Es muss, vielleicht geht das auch nicht anders, gekämpft werden. Sind wir dazu bereit?
Horst Schulte: Wir können nicht auf den Staat warten, der die Dinge für uns richtet. Es muss, vielleicht geht das auch nicht anders, gekämpft werden. Sind wir dazu bereit?
Ich glaube nicht, das wir jetzt schon dazu bereit sind, da muss wohl noch einiges mehr passieren. Leider.
Nur was machen wir dann? Gehen wir auf die Straße und schmeißen »Steine«? Kann man in der Masse heute noch anders gehört werden?
Steine sind auch heute nicht nötig. Denk an 1989.
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